Wählen am 8. März: Was Studierende wissen sollten

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Landtagswahl 2026 – was die Parteien zu Miete, Mensa & BAföG sagen

Am 8. März wählt Baden-Württemberg einen neuen Landtag. Du hast dann dieses Jahr zum ersten Mal zwei Stimmen: eine für eine Person im Wahlkreis und eine für eine Partei. Wählen dürfen übrigens alle Wahlberechtigten bereits ab 16 Jahren. 

Wählen gehen – und wozu?

Dein Studium ist auch direkt vom Ergebnis der Wahl am 8. März betroffen, mehr, als du vielleicht denkst. Denn der Landtag entscheidet über politische Rahmenbedingungen, die deinen Alltag an der Hochschule prägen, und somit auch darüber, was ein Studium in Baden-Württemberg kostet, bietet und möglich macht.


Das zeigt sich zum Beispiel daran,

  • wie hoch Mensapreise sind und welches Angebot es gibt,
  • wie viele Zimmer für Studierende zur Verfügung stehen oder neu entstehen,
  • wie schnell BAföG-Anträge bearbeitet werden
  • und ob psychosoziale Beratung ausreichend finanziert und frei zugänglich bleibt.


Was die Parteien zu den Rahmenbedingungen sagen, kannst du in den sechs Wahlprüfsteinen der Studierendenwerke in Baden-Württemberg nachlesen.

Themen, auf die es jetzt besonders ankommt

Worum geht es genau in den Wahlprüfsteinen? Ob Wohnkosten, Mensapreise oder Beratung – all das, was für dich im Alltag wichtig ist, wird bei der Wahl politisch entschieden. Die Studierendenwerke haben daher die Parteien gefragt: 

Wie wollt ihr die politischen Rahmenbedingungen gestalten, die ein Studium in Baden-Württemberg bezahlbar und gut machen?


Warum genau diese Fragen – und was sie mit deinem Alltag zu tun haben:

Wohnraum für Studierende schaffen

Du merkst schon jetzt, dass bezahlbare Zimmer knapp sind und die Mieten weiter steigen. Dagegen braucht es politische Entscheidungen, beispielsweise zur Förderung von Neubau und Sanierung oder zur Reduzierung bürokratischer Hürden. Wir fragen deshalb im ersten Wahlprüfstein:

Wie sorgt das Land dafür, dass studentisches Wohnen wieder bezahlbarer wird?


Investitionen ermöglichen

Du hast vielleicht schon mitbekommen, dass die Küchen in den Mensen veraltet sind und Cafeterien nicht modernisiert werden können oder im schlimmsten Fall Wasser von der Decke tropft. Das hat mit fehlenden Investitionen aufgrund mangelnder Planungssicherheit auf politischer Ebene zu tun. Damit Mensen und Gasträume die Begegnungsorte bleiben können, die sie sein sollen, fragen wir:

Wie stellt das Land sicher, dass Mensen erneuert werden können und die Versorgung der Studierenden dauerhaft gewährleistet ist?


Mensa & Energiekosten: Müssen Studierende die steigenden Kosten weiter tragen?

Du hast sicherlich bemerkt, dass die Preise in der Mensa steigen oder das Angebot kleiner wird. Ein Grund dafür sind die stark gestiegenen Energiekosten. Die Hochschulen selbst erhalten dafür Geld vom Land, die Studierendenwerke jedoch nicht – eine Rahmenbedingung, die Studierende in den letzten Jahren direkt zu spüren bekommen haben. Denn allein im Jahr 2025 sind die Energiekosten um über 15 Prozent auf 8,79 Millionen Euro gestiegen. Kosten, die aktuell über die Preise mitgetragen werden müssen.

Damit Mensaessen für Studierende bezahlbar bleibt, fragen wir im dritten Wahlprüfstein:

Wird das Land die Energiekosten der Studierendenwerke künftig übernehmen?


BAföG & Digitalisierung: Warum dauert der Bescheid so lange?

Fast schon Usus ist, dass BAföG-Anträge lange dauern und viel Zeit und Nerven kosten. Auch wenn du die Online-Plattform bafoeg-digital nutzt, heißt das noch nicht, dass dein Antrag auch digital bearbeitet wird – häufig endet die Digitalisierung beim Upload der Unterlagen.

Dahinter stehen politische Entscheidungen: Es gibt kein durchgängiges digitales System für die Bearbeitung, und die Finanzierung der BAföG-Verwaltung reicht oft nicht aus. Zudem sind die Zuständigkeiten bei einem gemeinsamen Bund-Länder-Thema bekanntermaßen komplex. Für Studierende bedeutet das vor allem eines: lange Wartezeiten. Deshalb fragen wir im Wahlprüfstein zu BAföG und Digitalisierung:

Wie wird der BAföG-Prozess digitaler, schneller und fair finanziert?


Psychosoziale Beratung: Bekommst du auch zukünftig Hilfe, wenn du sie brauchst?

Aktuell bekommst du vielleicht nicht immer sofort einen Termin. Was aber, wenn einzelne Angebote künftig ganz wegfallen müssen? Denn die Finanzierung der psychosozialen Beratung ist bislang nicht dauerhaft gesichert. Ob Angebote bestehen bleiben oder ausgebaut werden können, hängt davon ab, wie verlässlich das Land diese Unterstützung angesichts der seit Corona wachsenden Nachfrage weiterführt, oder konkret gefragt:

Wie sorgt das Land für langfristige, flächendeckende und kostenlose Beratung?


Soziale Infrastruktur sichern

An vielen Stellen merkst du, dass Angebote teurer werden oder ganz gestrichen werden müssen. Besonders stark trifft das internationale Studierende, die ohnehin oft höhere Kosten tragen und weniger finanzielle Spielräume haben. Dahinter steht eine Frage der Grundfinanzierung: Die Mittel reichen bislang nicht aus, um steigende Personal-, Energie- und Sachkosten dauerhaft abzufangen. Wenn diese Lücke bleibt, werden Kosten weiter auf Studierende verlagert oder Angebote abgebaut.

Wie will das Land die Finanzierung so anpassen, dass soziale Angebote erhalten bleiben – ohne Mehrkosten für Studierende?

 

 

Jetzt die Antworten lesen und zur Landtagswahl informieren

Du kannst die Positionen der Parteien direkt vergleichen – auf der gemeinsamen Website der Studierendenwerke unter wahlpruefsteine-stw-bw.de

Weitere allgemeine Infos zur Wahl, zum Beispiel wenn du zum ersten Mal wählst, findest du bei der Landeszentrale für politische Bildung www.lpb-bw.de/landtagswahl-2026 

Und nicht vergessen: Der Wahltag, an dem du mitbestimmen kannst, ist Sonntag, der 8. März 2026.